Eigenbetreuung vs. Fremdbetreuung

Eigenbetreuung vs. Fremdbetreuung

Eine Frage, mit der sich früher oder später wohl alle Eltern auseinandersetzen müssen, ist die, ob man sein Kind zeitweise von anderen (fremden) Menschen betreuen lassen muss oder möchte.
Wenn Großeltern in der Nähe sind, die Dein Kind von Geburt an kennen und Zeit, sowie Lust haben, dieses immer mal wieder zu beaufsichtigen, ist das natürlich optimal. Das ist mittlerweile aber, gerade in Städten, oft nicht mehr gegeben. Dann muss eine Fremdbetreuung her!

 

Vielen Eltern bleibt häufig vermeintlich keine andere Wahl

Oft wird die Entscheidung für oder gegen eine Fremdbetreuung den Eltern abgenommen, weil sie aus finanziellen Gründen arbeiten müssen. Meist bedeutet das dann, dass der Sprössling für einige Stunden jemand anderem überlassen werden muss. Wenn man sein Kind aber eigentlich lieber zuhause selber betreuen würde, ist das dann besonders schwer.

Natürlich gibt es aber auch genügend Eltern, die einfach ganz dringend mal wieder etwas Zeit für sich benötigen (was völlig legitim ist und wodurch man kein schlechtes Gewissen haben sollte) und deshalb eine Fremdbetreuung in Betracht ziehen.
Einigen Eltern ist es wichtig, dass ihr Kind so früh wie möglich mit anderen Gleichaltrigen Zeit verbringen kann.

Aus welchem Grund auch immer man sich für eine Fremdbetreuung entscheidet, leicht ist dieses erste „Loslassen“ wohl für kaum ein Elternteil. Vor allem, wenn man sein Baby schon sehr früh „weggeben“ muss.

 

Pros und Kontras einer Fremdbetreuung abwägen

Ist man in der komfortablen Situation, dass man frei und ohne Druck entscheiden kann, ob man sein Kind zuhause behält oder doch lieber nicht, kann es hilfreich sein, wenn man sich eine Liste über die Pros und Kontras von Eigen- und Fremdbetreuung erstellt.
Ich versuche hier mal einige Punkte aufzuzählen die, meiner Meinung nach, für Eltern relevant sein können.

 

Eigenbetreuung

Pro:

  1. Die Erziehung liegt bei Dir/Euch alleine. Dein Kind wird die ersten Jahre also genau so aufwachsen, wie Ihr es Euch wünscht und vorstellt.
  2. Du weißt genau, was Dein Kind den ganzen Tag macht und erlebt und musst Dir keine Sorgen darüber machen, wie andere mit Deinem Kind umgehen und ob auf seine Bedürfnisse liebevoll eingegangen wird.
  3. Du kannst sicher sein, dass die Bindung zu Deinem Kind bestehen bleibt.
  4. Dein Kind kann seinen gewohnten Tagesablauf beibehalten.

 

Kontra:

  1. Dein Tag richtet sich nach wie vor überwiegend nach Deinem Kind.
  2. Du wirst weiterhin auf viele Dinge, die man nur ohne Nachwuchs machen kann, verzichten müssen.
  3. Du kannst keinem Job nachgehen und bist finanziell auf andere angewiesen. Es sei denn, Du hast sehr viele Ersparnisse, passives Einkommen oder einen Homeofficejob, den Du während der Schlafenszeiten Deines Kindes ausüben kannst.
  4. Du bist jeden Tag für die Unterhaltung Deines Kindes zuständig. Natürlich auch an solchen Tagen, wenn Dir mal so gar nicht danach ist oder Du keinerlei Ideen diesbezüglich hast (hier findest Du einige Tipps zur Beschäftigung mit Deinem Kind)

 

Fremdbetreuung

Pro:

  1. Dein Kind hat ständigen Kontakt zu anderen Kindern und kann von und mit ihnen gemeinsam vieles lernen.
  2. Du kannst Dich wieder ein Stück mehr selbst verwirklichen indem Du entweder arbeiten gehst oder aber irgendwelchen Hobbys nachgehst.
  3. Dein Kind lernt andere Sichtweisen kennen und nicht nur Eure.
  4. Du bist in einigen Situationen vielleicht wieder ausgeglichener, weil Du Zeit hast, um durchzuatmen und Dich auszuruhen.

Kontra:

  1. Du bekommst nicht wirklich mit, wie Dein Kind den Tag verbringt. Ob es fröhlich oder traurig war.
  2. Die Entwicklungsschritte Deines Kindes wirst Du zum Teil nur noch aus zweiter Hand erfahren und nicht mehr live miterleben.
  3. Die Eingewöhnung ist für einige Kinder sehr schwer. Manchen gefällt es auch nach Wochen oder Monaten noch nicht, dass sie nicht mehr bei Mama und Papa bleiben dürfen.
  4. Gerade in einer Kita, wo sehr viele Kinder sind, kann oft auf die Bedürfnisse eines einzelnen nicht so gut eingegangen werden.

Welche Punkte Euch besonders wichtig sind, müsst Ihr natürlich ganz individuell selbst entscheiden!

 

Worauf solltet Ihr bei Fremdbetreuung achten?

Wichtig ist hier auf jeden Fall, dass man sich Kita, Tagesmutter und Co. genau ansieht und sein Kind nur dort anmeldet, wo man ein wirklich gutes Gefühl hat.
Bestenfalls habt ihr jede Menge Zeit zur Eingewöhnung und müsst Euch und Eurem Kind keinen Druck dabei machen. Denn das ist nicht gerade förderlich für einen guten Start!

Einige Kinder fühlen sich ganz schnell wohl, andere brauchen sehr lange, bis sie eine Bindung zu den Betreuungspersonen aufbauen. Wozu auch immer Dein Kind gehört… Wenn Ihr die Möglichkeit habt, gebt ihm so viel Zeit wie es braucht!
Wenn es geht, besuche schon vor der Eingewöhnung immer mal wieder den Ort der Betreuung mit Deinem kleinen Schatz. Dann ist nicht mehr alles so fremd und Dein Kind fühlt sich schneller sicher dort.

Wenn Du Deinen Liebling das erste Mal alleine dort lässt, ist es manchmal hilfreich, einen bekannten und geliebten Gegenstand mitzugeben. Ob das jetzt ein Kuscheltier, eine Schmusedecke, ein Lieblingsspielzeug oder der heißgeliebte Buggy ist, ist völlig egal.

Solltest Du Dein Kind nicht unbedingt in Fremdbetreuung geben müssen, scheue Dich nicht davor, alles abzublasen, wenn Du kein gutes Gefühl dabei hast oder der Meinung bist, dass Dein Kind sich dort nicht wohl fühlt. Versuche es einfach ein paar Monate oder ein Jahr später nochmal oder aber mit einer alternativen Betreuung.

 

Du möchtest die Erziehung Deines Kindes nicht in fremde Hände geben, musst aber was dazu verdienen?

Die meisten Eltern glauben, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als sein Kind fremdbetreuen zu lassen, wenn man Geld verdienen muss. Doch wenn es beispielsweise nur um einen Zuverdienst geht, gibt es so einiges, was man auch mit Kind von zuhause aus machen kann. Vor allem die Schlafenszeiten der Kinder kann man für einen Homeofficejob gut nutzen. Hier findest Du viele Ideen für solche Jobs.
Man sollte hierbei aber schauen, ob man das  wirklich schaffen kann. Wenn man akuten Schlafmangel hat und dann auch noch arbeitet, während die Kleinen schlafen, ist man unter Umständen irgendwann nicht mehr in der Lage, gelassen und entspannt zu reagieren, wenn das Kind die Nerven mal wieder arg strapaziert. In dem Fall ist eine Fremdbetreuung dann vielleicht doch die bessere Alternative.

 

Was gibt es für Möglichkeiten, außer Kita und Tagesmutter?

Es muss nicht immer eine Kita oder Tagesmutter sein. Ein Babysitter, eine Leih-Oma, ein Au Pair oder eine Live-in-Nanny können auch eine Lösung für das Betreuungsproblem sein. Diese (vor allem letztere beiden) sind dann allerdings nicht ganz so billig.

Auch kann man sich mit anderen Eltern zusammen tun und ein Betreuungsnetzwerk aufbauen, bei dem alle abwechselnd auf die Kinder aufpassen. Hierbei solltet Ihr dann aber alles genau vorher klären und schriftlich festhalten, sonst wird es sehr wahrscheinlich früher oder später zu Problemen kommen. Außerdem ist es sinnvoll, wenn alle Beteiligten die in etwa selbe Erziehungsvorstellung haben.

Berichtet gerne wie Ihr Euch entschieden habt und aus welchen Gründen! Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Beitrag ein wenig dabei helfen!

Eure Susanne

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